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Kindern das Lesen beizubringen ist eine herausfordernde Aufgabe, die seit Jahrzehnten die Vorstellungskraft und den Wettbewerbsgeist von Pädagogen in ihren Bann zieht. In den letzten 100 Jahren haben sich Theorien zur Alphabetisierung von Kindern weiterentwickelt und Pädagogen haben sich kontinuierlich mit den mentalen Fähigkeiten von Kindern befasst. Bis in die 1950er Jahre glaubten die Pädagogen, dass Kinder nicht in der Lage seien, den Weg zur Alphabetisierung zu beschreiten, bis sie ein bestimmtes Alter erreicht hätten. In den 1960er Jahren entwickelte Marie Clay die Theorie des aufstrebenden Lernens, wonach Kinder bereits lange vor dem selbständigen Lesen mit dem Erwerb von Lese- und Schreibfähigkeiten beginnen. Die Theorie beruht auf dem Prinzip, dass der Weg zur Alphabetisierung beginnt, wenn das Kind das Sprechen lernt. Die aufstrebende Lerntheorie umfasst fünf Stufen der Alphabetisierung bei Kindern, beginnend mit dem Säuglingsalter.

Bewusstseins- und Erkundungsphase: Babys und Kleinkinder

Die Entwicklung der Alphabetisierung beginnt, wenn das Kind das gesprochene Wort zum ersten Mal hört und durch die Verwendung von Kinderbüchern dem Unterschied zwischen gesprochenen und gedruckten Wörtern ausgesetzt ist. Den Eltern wird geraten, Säuglingen mit bunten Pappbüchern vorzulesen. Kinderreime und Gedichte werden ebenfalls gefördert, da sie sich so wiederholen, dass sie die Aufmerksamkeit eines Babys auf sich ziehen. Wenn das Kind ein Kleinkind wird, ist es wichtig, die richtigen Wörter mit den Objekten in der Welt des Kindes zu assoziieren. Ein für Kleinkinder empfohlenes Lernspiel besteht darin, auf ein Objekt zu zeigen und zu fragen: "Was ist das?" In diesem Stadium beginnen Kinder, Buchstaben zu erkennen und können bestimmte Buchstaben mit den Geräuschen verknüpfen, die sie machen.

Experimentelles Lesen und Schreiben: Vorschulalter

In diesem Stadium der Alphabetisierung lernen die Kinder das Alphabet und die Buchstaben wichtiger Wörter wie ihren eigenen Namen, den Namen ihrer Eltern und ihre Privatadresse. Den Eltern wird geraten, die Kinder herauszufordern, indem sie auf Werbeschilder zeigen und die Kinder auffordern, die Buchstaben zu benennen. Kinder freuen sich, in diesem Alter Bücher zu lesen, und das tägliche Lesen wird gefördert. In diesem Alter können Kinder anfangen, Buchstaben zu kritzeln und ihren eigenen Namen zu schreiben.

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Frühes Lesen und Schreiben lernen: Kindergarten bis zur ersten Klasse

Während sie ihre formale Ausbildung beginnen, lernen Kinder, mit Phonetik zu lesen. Phonics ist der Prozess des Erkennens von Buchstabentönen und des Kombinierens von zwei oder mehr Buchstabentönen, um ein Wort zu bilden. Kinder schreiben in dieser Phase phonetisch. Anstatt das Wort richtig zu schreiben, schreiben die Kinder, was sie hören, wenn sie das Wort sagen. Das Wort "Bild" wird in dieser Phase von vielen Kindern als "Zander" geschrieben. Sie verstehen Sätze und die Tatsache, dass einzelne Wörter durch Leerzeichen getrennt sind.

Übergangsphase des Lesens und Schreibens: Zweite und dritte Klasse

Kinder, die jetzt Wörter für ihre Bedeutung erkennen können, können in dieser Phase ohne Hilfe lesen und beginnen zu verstehen, wie wichtig es ist, was geschrieben steht. Das Leseverständnis verbessert sich in diesem Stadium, und die Kinder können die zentrale These einer Aussage verstehen und mehrere Ideen zu einem Gesamtbild zusammenfassen. Es kann hilfreich sein, Kinder zu bitten, die Geschichten mit ihrem eigenen Leben in Beziehung zu setzen, um ihnen zu helfen, das Buch besser zu verstehen.

Kompetente Lese- und Schreibphase: 4. Klasse und darüber hinaus

In dieser Phase sind Kinder zu versierten Lesern geworden und können lange Romane und komplexe, unbekannte Wörter lesen. Sie verstehen die Botschaft in ihrer Lektüre und brauchen keine Hilfe, um Geschichten zu verstehen. Während sie wachsen, kann ihr Interesse am Lesen wachsen oder nachlassen, aber ihre Fähigkeit, dies zu tun, bleibt intakt.